Europa ist für Linn Selle keine Selbstverständlichkeit. Ihr ist bewusst, dass das Projekt auch scheitern kann. Sie fordert daher: „Wir alle müssen Flagge zeigen, dass Europa wichtig ist und dass es uns sehr wohl etwas angeht, wie es Griechen, Italienerinnen oder Portugiesen geht. Es gibt Leute, die wollen uns glauben machen, wir müssten nur zurück zum kuscheligen Nationalstaat und Deutschland würde es gutgehen. Doch der Fakt ist: Uns geht es so gut wie lange nicht mehr und das gerade wegen der europäischen Einigung! Das klarzumachen ist natürlich vor allem Aufgabe unserer Politikerinnen und Politiker, aber auch jeder und jede einzelne von uns muss sich dafür einsetzen – im Alltag, in der Schule oder auf dem Sportplatz.“
Roth dankte der Jury dafür, dass sie sich für eine junge Europäerin, sogar die jüngste in der Geschichte des Preises, entschieden habe. Es sei ein schönes Signal, mit der Auszeichnung der Preisträgerin nicht nur rückblickend Respekt und Anerkennung zu zollen, sondern sie auch für ihr weiteres Engagement zu motivieren. Bereits als junger Mensch habe Linn Selle viel für Europa geleistet, unterstrich Roth. Dass es dabei nicht bleibt und die 28-jährige Doktorandin auch weiterhin Flagge für Europa zeigen wird, daran ließ Selle auch am Abend der Preisverleihung keinen Zweifel.
Die Laudatio von Michael Roth, Staatsminister für Europa im Auswärtigen Amt, finden Sie hier.
Der „Preis Frauen Europas – Deutschland“ ehrt seit 1991 Frauen, die sich durch ihr mutiges, kreatives oder hartnäckiges ehrenamtliches Engagement in besonderer Weise für das Zusammenwachsen und die Festigung eines vereinten Europas einsetzen. Mit der symbolischen Auszeichnung – die Preisträgerin erhält eine eigens für sie gefertigte Brosche und wird Teil eines aktiven Preisträgerinnen-Netzwerkes – will die EBD bürgerschaftlich aktive Europäerinnen untereinander und mit den Mitgliedsorganisationen vernetzen und ehrenamtliche Strukturen in der Zivilgesellschaft stärken.
Lesen Sie auch den Bericht des
Netzwerk EBD.